Hin und wieder frage ich mich, wieso es immer mal wieder Einigen gelingt, diesen großen Schritt in diese Richtung (NH) zu tun und andere, trotz dass sie genau so viel Frust empfinden, es für völlig abwägig halten, NH auch nur mal näher zu betrachten.
Wie war es bei uns?
Da betreibt man seit nun mehr als 35 Jahren Reitsport und auf einmal soll alles nicht mehr so sein, wie man es gelernt hat. Schwer zu glauben. Unser Glück war es, dass wir von Hause aus sehr neugierig sind und irgendwann mal jemand in einem Internetforum behauptete, unsere Art unser "Problempferd" zu reiten, wäre falsch und es ginge auch anders. Nach tagelanger heißer Diskussion und keiner Chance auf Einigung, wurde ich nachdenklich. "Was, wenn sie Recht haben? Kann es sein, dass ich falsch liege?"
In aller Stille begab ich mich auf die Suche nach Infomaterial zu diesem Natural Horsemanship und nach ein paar Tagen musste ich feststellen, dass es garnicht so einfach war, etwas zu erfahren. Alles wurde unter Verschluss gehalten, Unterricht war zu dieser Zeit (2006) noch kaum zu bekommen. Dann fand ich ein selbstgedrehtes Video einer Französin. Wir sahen es uns an und waren fasziniert. Ab da entwickelte sich die Sache bei uns zum Selbstläufer und bis zum heutigen Tag gab es keine Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung. Nur wieso finden diesen Weg andere nicht?
Ist es so schwer, seinen Irrtum zuzugeben? Ich glaube ja!
Wir waren immer schon "eigen". Nie so tief verwurzelt in das Regelwerk der Reiterei. Etwas anders zu machen als die anderen, viel uns garnicht schwer - im Gegenteil, es machte uns eher noch Spaß. Je mehr man integriert ist, desto schwerer fällt so ein "Ausstieg" und das bedeutet NH. Es geht weniger um die Übungen, um Ausrüstung oder was auch immer. Es ist das was im Kopf vorgehen muss. Man muss stark sein und ein wenig abenteuerlich veranlagt. Bereit sein, extrem gegen den Strom zu schwimmen. Es ist anfangs unbequem und man weiß selten direkt, worin man sich einlässt.
LG
Andrea
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