Gerade lese ich eine interessante Studie zum Thema Intelligenz des Pferdes. Folgender Absatz ist hierbei wenig verwunderlich:
"Evidence of this can be seen in a recent study that showed that, compared with horses involved in other disciplines, high-level dressage horses displayed the lowest level of learning performance in simple tests. It was hypothesized that because these horses are trained to perform highly sophisticated, precise behaviors, riders give them minimal freedom; therefore, they are inhibited from learning to learn or generalizing."
Erstaunlich finde ich das jetzt nicht. Eine der Hauptaufgaben in der Rehabilitation des gemeinen "Sportpferdes" ist ihn weg vom roboterhaften "Funktionieren" hin zum freien Agieren umzuprogrammieren. Dies ist je nach Schweregrad ein langwieriger Prozess. Ist doch gerade das eigenverantwortliche Denken und Handeln eine der Eigenschaften unseres Pferdes, die im Natural Horsemanship täglich gefördert und geradezu geschätzt werden.
Interessant sind diesbezüglich Gespräche mit Englischreitern. Die zum einen nicht auf die Idee kommen, dass Pferde überhaupt fähig sind, "intelligent" zu handeln und die es auch gar nicht unbedingt wollen, dass es so ist. Fürchten sie doch im Umkehrschluss die Konsequenz des freien Denkens ihres Sportpartners. Sie gehen automatisch davon aus, dass "eigenverantwortlich" handelnde Pferde sich immer gegen sie entscheiden würden und nie freiwillig etwas für und mit dem Reiter tun. Da fehlt bei weitem die Vertrauensbasis.
Der Anfänger im NH-Unterricht wird das erste Mal mit diesem völlig "neuen" Konzept konfrontiert, wenn es an das Erlernen des Circling-Games geht. Hier wird auf einmal nicht mehr, wie beim Longieren üblich, permanent mit der Bahnpeitsche getrieben. Man soll still stehen und abwarten - erst eingreifen, wenn das Pferd die Gangart oder das Tempo wechselt. Das ist in den ersten Lerneinheiten eine harte Herausforderung für den Menschen und eine große Erleichterung für´s Pferd.
Hier gibt´s die Studie zum Nachlesen:
The Thinking Horse: Cognition and Perception (Evelyn B. Hanggi)
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