Freitag, 30. Juli 2010

Kettensägenmassaker

 

Meine beiden Jungs waren heute mal wieder Anschauungsobjekte für "fürchterliches" Pferdeverhalten.

Ich hatte sie in die Futter-Appartements gestellt und just in diesem Moment begann draußen auf der Straße ein Mann damit, einen Baum zu zersägen. Dann ging alles sehr schnell - war es gerade vorher noch sehr harmonisch, ich saß im Stühlchen bei Bubble im Futterräumchen, die drei Hunde zu meinen Füßen - änderte sich alles in Sekundenschnelle. Da hieß es erstmal Rückzug antreten, Hunde in Sicherheit, Stuhl wech, Lolli anbrüllen, der durch die Umzäunung brechen wollte *schäm* und nachdenken!

Ich habe mich dann für Abwarten entschieden, da ich kurz vorher noch mitten drin war im Chaos und sie mal wieder auch mich in ihre Panikspielchen mit einbezogen, weil ich hatte ja geschimpft und außerdem irgendwie gerade mich da aufgehalten, wo böse war.

Also schön draußen auf´s Quad gesetzt und gewartet. Eine Herzattacke reihte sich an die andere, wenn Bubble gerade mal ruhig war, sprang Lolli wieder los und Bubble natürlich mit. Bubble hat sogar das Fressen eingestellt, was einem den Ernst der Lage klar machen musste.


Nun brauchte ich einen Plan und sie ließen mir viel Zeit zum Nachdenken. Bubble stand vorn und musste zuerst zur Gruppe. Bei ihm habe ich darauf gewartet, dass er den Eimer leer fraß. Tja und da war ich wirklich beeindruckt WIE lange es dauerte, bis er sich wieder an den Eimer traute. Ich war sogar zwischenzeitlich versucht, mich einzumischen, was ich aber dann doch gelassen habe.

Weil ich gehörte ja zum Bösen, hatte selbst noch Spuren von Adrenalin in mir - also würde ich wohl kaum sinnvoll "pushen" können. Dabei ist er soooo verrückt nach seinem Hafer. Gefühlte tausend Stunden später - ich bin sogar zwischenzeitlich fast mal eingenickt auf´m Quad, kam der Schmatzer und er ging hin und fraß in aller Ruhe auf. Erst dann bin ich zu ihm und hab ihm das Tor aufgemacht. Beim Rausgehen ist er dann doch noch etwas durchgestartet und weggetrabt. Da lag ich also nicht ganz richtig mit meiner Vermutung, dass alles wieder gut wäre. Hmmm...

Bei Lolli war ich dann noch kurzfristig besorgt, dass er sich darüber aufregen würde, dass Bubble weglief, aber da noch Ratziputz am Zaun stand, hat er das gut verkraftet. Er ignorierte mich noch eine Weile und starte weiterhin zum Wald und "trainierte" ab und zu noch Angst haben. Ich habe mich an die Absperrung gestellt und ihn immer zu mir eingeladen mit Leckerlie. Kam er und hatte gefressen, bin ich am Zaun entlang und hab mich auf die andere Seite gestellt - Füße geregelt bewegen, dabei Popo auskuppeln und Hirn wieder einschalten.

Er kam erst nicht mit, aber nach ein bisschen hin und her, fing er auf einmal an zu folgen. Dann durfte auch er raus und das hat sich sehr gut angefühlt. Ich mußte ihm noch Augensalben ins Auge geben, deshalb war ich sehr froh, dass er sich so gut beruhigt hatte.

Fazit dieser Aktion:
Rückzug war glaube ich die sicherste Option, da ich die Hunde beschützen musste und vermutlich wenig Einfluß auf direkt beide gleichzeitig hätte nehmen können. Die Zeit, die sie brauchen ist wirklich sooooo lange, dass ich wirklich um Einiges daneben lag mit meiner Schätzung.

Hätte ich Bubble am Seil gehabt und für uns beide entscheiden wollen, wäre ich viel früher davon ausgegangen, dass alles wieder gut ist - klar der Introvert. Bei Lolli hat es gepasst. Wenn´s ganz doll stressig wird, werde ich immer noch hektisch. Ok, ich musste Lolli am Ausbrechen hindern, das war ein Notfall... Die nächsten Tage ist dort in jedem Fall Sitzung angesagt, um das wieder in Ordnung zu bringen.

Eine Frage bleibt offen: Würde ein Rightbrain-Extrovert das Elektroband ins Maul nehmen und daran ziehen, um auszubrechen??? Sah schon sehr durchdacht aus die Aktion!
 

1 Kommentare:

Gabriela hat gesagt…

Hallo

ich hab auch eine right brain ext. und so einen elektrozaun durchbrechen wäre nicht die erste aktion die sie gemacht hat. denke ja, das hätte sie getan!

lg, Gabriela