Hanni ist im vorigen Monat drei Jahre alt geworden. Im Laufe der Jahre mussten wir feststellen, dass die Nachkommen aus ihrer Blutlinie einige Auffälligkeiten aufwiesen, die nicht gerade zu denen gehörten, die man gerne an Pferden sieht. Es gab vermehrt Sommerekzemer, Kopper, Probleme mit den Kniebändern und und und...
Als sie vorigen Sommer das kritische zweite Jahr ohne Sommerekzem überstand, waren wir schon selig. Ist diese Krankheit doch eine der schlimmten, die ich mir für Pferde vorstellen konnte. Dann fing sie im Winter an zu koppen und es war klar, dass der Kelch auch an uns nicht vorbei gegangen war. Ihr Bruder hatte es mit den Kniebändern getroffen, sie also war die Kopperin.
Bei mir stellte sich tiefer Frust ein, war das Koppen doch u.a. etwas, was auf schlechte Haltung zurückzuführen ist. Wir taten doch alles für unsere Pferde und trotzdem fing sie unter meinen Händen an zu koppen und ich konnte nichts dagegen tun. Und sie ist eine von den Hardcore-Koppern. Da ist sie schon echt heftig. Haltungsbedingungen optimieren ging nicht wirklich, da alles schon gut war. Über 24 Stunden immer gefüllte Heunetze hängen sowieso, sie lebt im Laufstall, hat ein harmonisches Leben mit ihren Mitbewohnern, was sollte ich da noch verändern?

Als die Außensaison began, stieg in mir die Hoffnung, dass sie mit mehr Beschäftigung und vorallem Auslauf auch ihr neues Hobby wieder reduzierte. Weit gefeht, sie suchte sich ein paar besonders schöne Pfosten und arbeitete stundenlang an deren Niedergang. So konnte es nicht weitergehen, dachte ich bei mir und sprach mit unserem Heilpraktiker über etwaige Untersuchungsmöglichkeiten. Ich wollte vorallem die Option unter die Lupe nehmen, dass sie Magenprobleme haben könnte. Nach eingehender Beratung - er kennt sie ja nun auch schon vom Tage ihrer Geburt an und hat sie das ein oder andere Mal behandelt - kam er auf die Idee, eine Haar-Analyse bei ihr zu machen.
Eine Woche später kam er mit einem unglaublichen Ergebnis bei uns an. Er wäre selbst völlig erstaunt, hätte nie mit so etwas gerechnet. Hanni hat eine Eierstockentzündung! Und das vermutlich schon sein Monaten! Inzwischen habe ich mich durch viele Internetberichte gearbeitet und kann zusammenfassend berichten:
Die Erkankung kommt gar nicht so selten vor, nur bleibt sie in der Regel über lange Zeit unentdeckt. Oftmals zeigen die Stuten Auffälligkeiten, die ihnen aber eher als Zickigkeit ausgelegt wird und nicht als Reaktion auf Schmerzen. Entdeckt wird es bei denjenigen, die sich fehement beim Reiten widersetzen. Diese werden dann oft erst einmal auf Rücken und etliches andere hin untersucht und wenn dann wirklich nichts anderes mehr bleibt, kommt man auf diese Geschichten.
Da Hanni ja noch nicht geritten wird, kam das bei uns gar nicht zum Tragen, Klar ist, dass die Schmerzen am Eierstock Probleme am Darm hervorrufen, die sie in der Vergangenheit zur Genüge hatte. Ich erinnerte mich an eine Zeit, wo sie des Öfteren unvermittelt anfing zu scharren. Ich dachte immer sofort an Kolik, aber wenn ich die Darmgeräusche überprüfte und sie ne Weile beobachtete, war da nichts. Es war nie so schlimm, dass ich den TA hätte rufen müssen. Schon da stimmte also etwas nicht. Auch noch einiges andere an ihrem Verhalten passte nun zu der gestellten Diagnose. Es wurde umgehend eine entsprechende Behandlung begonnen und wir sind gespannt, ob sie im Endeffekt auch das Koppen wieder einstellt, wenn sie die Bauchschmerzen los ist.
Zusätzlich kam noch heraus, dass sie allergisch auf Hafer und Weizenkleie reagiert. Fatal - machte ich doch schon seit ein paar Tagen eine Kur mit Pronutrin und schüttete die Pellets dafür natürlich in eine zusätzliche Portion Hafer! Ansonsten bekommen unsere Pferde ja sowieso so gut wie keinen Hafer. Diesbezüglich gibt es jetzt also Nösenberger Re/Ha (das einzige Futter wo sowohl der Hafer, als auch die Weizenkleie fehlt) und anstatt Leckerlis Möhren und Äpfel.
Mein Fazit für mich selbst ist, dass ich genauer hinschaue und Dinge wirklich ernst nehme, die ich beobachte. Denn wie sagt Pat immer- alles hat eine Bedeutung, nichts passiert ohne einen Grund!
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